Gesundheit & Soziales

ver.di kritisiert Entscheidung pro Stationsschließungen im Krankenhaus …

ver.di kritisiert Entscheidung pro Stationsschließungen im Krankenhaus Wolgast

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kritisiert die Entscheidung der Landesregierung und der Regierungsfraktionen SPD und CDU, ihren Beschluss, die bereits aus Kostengründen geschlossenen Stationen Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Kinder- und Jugendmedizin, nicht zu korrigieren.

Die genannten Stationen werden zukünftig vom privaten Krankenhausbetreiber AMEOS betrieben.

„Die Landesregierung, SPD und CDU haben eine falsche Entscheidung getroffen und leider auch keinen politischen Mut bewiesen, diese zu korrigieren. Die beiden Regierungsparteien haben eine Entscheidung gegen den Willen der Beschäftigten und der Menschen in der Region getroffen. Leider hat nur die betriebswirtschaftliche Sichtweise in der Argumentation der Landesregierung eine Rolle gespielt. Die Weiterführung bei AMEOS kommt einer Privatisierung der genannten Bereiche gleich. Wir erwarten von einer SPD-geführten Regierung, dass sie die öffentlichen Versorgungsstrukturen stärkt und nicht umgedreht. Gerade Kinder- und Geburtskliniken gehören nicht in die Hände privater Konzerne, die SPD hat leider gar nichts dazu gelernt“ sagte Steffen Kühhirt, zuständig für Gesundheitspolitik bei ver.di-Nord.

Der private Krankenhausbetreiber AMEOS Anklam wendet keinen Tarifvertrag an, zahlt schlechte Löhne, missachtet Mitbestimmungsstrukturen und Arbeitszeitgesetzgebungen.

„Wer Beschäftigte und Krankenhausstrukturen in einem tarifgebundenen und mitbestimmten Krankenhaus wie Wolgast abbaut, um sie bei AMEOS zu billigeren Bedinungen anzusiedeln, der vertritt keine Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Wer derart unsensibel mit einem massenhaften Protest aus der Bevölkerung in der Region Wolgast umgeht, der verspielt die Werte unserer Demokratie.

„Es ist ganz einfach: Vergessen die politischen Verantwortlichen der Landesregierung die Menschen, vergessen die Menschen die Politik. Ein gefährliches Spiel, denn Politik muss für die Menschen handeln und nicht für Bilanzen und die Wirtschaft“, so Kühhirt weiter.