Gesundheit & Soziales

Erfolgreicher ver.di-Aktionstag „Der Norden steht auf“ - Tag …

Erfolgreicher ver.di-Aktionstag „Der Norden steht auf“ - Tag der Pflege

Den Personalmangel eindrucksvoll sichtbar gemacht!

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) zeigt sich sehr zufrieden mit den landesweiten Aktionen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zum Internationalen Tag der Pflege.

An den Kundgebungen und Demonstrationen in Kiel und Lübeck in Schleswig-Holstein und in Rostock und Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern haben sich circa 1.000 Pflegebeschäftigte aus Krankenhäusern und Pflegeheimen beteiligt. Auf den Kundgebungen wurden symbolisch „Überstundenberge“ gezeigt, um den dramatische Personalmangel sichtbar zu machen.

„Die Beteiligung an den Aktionen hat unsere Erwartungen übertroffen. Das zeigt, wie hoch der Druck und wie prekär die Lage in den Krankenhäusern und Pflegeheimen ist. Das war ein guter Tag für alle Pflegebeschäftigten. Wir bleiben da jetzt dran und werden weiter energisch Druck machen, bis die Politik handelt“, sagt Steffen Kühhirt, Landesfachbereichsleiter für Gesundheit und Soziales bei ver.di Nord.

35.705.105 Überstunden bundesweit

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat in einer bundesweiten Erhebung in Krankenhäusern und Pflegeheimen die Überstunden erfasst. Danach ergeben sich für das Bundesgebiet 35.705.105 Überstunden. Das entspricht circa 17.800 Vollzeitstellen in der Pflege. Bundesweit fehlen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen circa 162.000 Stellen.

Daten für Norden:

Schleswig-Holstein:

Anzahl der Überstunden: 1.063.000 - entspricht circa 600 Vollzeitstellen in der Pflege

Allein am UK S-H in Lübeck sind es derzeit 22.000 Überstunden

Anzahl der fehlenden Stellen in Krankenhäusern und Heimen: 5.200 Vollzeitstellen

Stellen aus dem Pflegeförderprogramm: 200

Mecklenburg-Vorpommern:

Anzahl der Überstunden: 781.000 – entspricht circa 400 Vollzeitstellen in der Pflege

Anzahl der fehlenden Stellen in Krankenhäusern und Heimen: 3.500 Vollzeitstellen

Stellen aus dem Pflegeförderprogramm: 140

„Die Zahlen sprechen eine glasklare Sprache und lügen nicht. Sie belegen die dramatische Situation in der Gesundheitsbranche im Norden. Wichtig ist, die fehlenden Pflegestellen allein aus der Umrechnung der Überstunden würden nur den alltäglichen Arbeitsstress der Überstundenbewältigung lösen, nicht aber den grundsätzlichen und prekären Personalmangel. Sichtbar wird auch, dass das Pflegeförderprogramm komplett unzureichend und an der Realität tausender Pflegekräfte im Norden vorbeigeht“, so Steffen Kühhirt weiter.