Gesundheit & Soziales

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Länderübergreifender ver.di-Aktionstag im Norden zum Tag der Pflege am 12. Mai 2017

Für mehr Personal in Krankenhaus und Altenpflege!
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di veranstaltet am 12. Mai 2017 - Tag der Pflege - einen länderübergreifenden Aktionstag in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern für mehr Personal und Entlastung in Krankenhaus und Altenpflege. In den Städten entlang der Ostseeküste werden folgende Demonstrationen, Kundgebungen und betriebliche Aktionen in den Krankenhäusern stattfinden:

Kiel, Bahnhofsvorplatz, 15.00 Uhr, Demonstration mit Kundgebung
Lübeck, Gewerkschaftshaus, Holstentorplatz 1-5, 15.30 Uhr, Kundgebung
Wismar, Am Markt, 16.00 Uhr, Kundgebung
Rostock, Universitätsmedizin, Schillingallee, 13.15 Uhr, Kreativaktion
Stralsund, Gewerkschaftshaus, Alter Markt, 15.30 Uhr, Demonstration
Greifswald, Universitätsmedizin, 11.00 Uhr, aktive Mittgaspause
Wolgast, Kreiskrankenhaus, 15.00 Uhr, Kundgebung.

„Wir wollen den dramatischen Personalmangel und die damit verbundene extreme Arbeitsbelastung für die Pflegebeschäftigten nicht länger akzeptieren. Es muss für die Beschäftigten möglich sein, auch ohne Rechtsbruch der vorgeschriebenen Regeln, Patientinnen und Patienten zu versorgen. Der permanente personalpolitische Ausnahmezustand muss dringend beendet werden. Die Arbeit in der Pflege darf nicht krank machen. Wir brauchen dringend eine gesetzliche Personalbemessung, damit der Kostendruck nicht länger auf dem Rücken der Beschäftigten und Patientinnen und Patienten ausgetragen wird“, sagt Steffen Kühhirt, verantwortlich für Gesundheitspolitik bei ver.di-Nord. ver.di fordert Personalbemessung und Sofortprogramm.

Bundesweit fehlen an deutschen Krankenhäusern circa 162.000 Stellen, davon rund 70.000 in der Pflege. Auch im Norden sind die Krankenhäuser unterbesetzt und es fehlen tausende Stellen. Deshalb fordert ver.di von der neuen Bundesregierung eine Regelung für eine gesetzliche Personalbemessung und zur dringenden Abhilfe ein Sofortprogramm für 20.000 Stellen. Um dies zu leisten, muss die Attraktivität des Pflegeberufes deutlich verbessert werden bei Vergütung und Arbeitsbedingungen. Weiterhin müssen die Anstrengungen bei Ausbildung und Qualifikation verstärkt werden, um zukünftig genug gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung zu haben.

Auch an die neue Landesregierung in Schleswig-Holstein hat die Gewerkschaft ver.di klare Erwartungen. „Wir erwarten von der neuen Landesregierung in Schleswig-Holstein ein klares und eindeutiges Bekenntnis für eine gesetzliche Personalbemessung mindestens in Form einer Bundesratsinitiative. Darüber hinaus kann die neue Regierung eine landesweite Empfehlung für eine Mindestbesetzung in der Pflege auf den Weg bringen sowie Regelungen zur tariflichen Allgemeinverbindlichkeit in der Altenpflege.
Nur auf die Bundespolitik in Berlin zu verweisen, werden wir der neuen Regierung nicht durchgehen lassen. Die Forderungen werden wir auch gegenüber der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern formulieren. Wir können von einer SPD-geführten Regierung mehr Unterstützung für die Pflege erwarten“, fordert Steffen Kühhirt.

ver.di will notfalls auch mit Streiks Druck machen.
Die Gewerkschaft setzt auf politische Regelungen des Gesetzgebers für alle Krankenhäuser und Einrichtungen. Um aber den Druck zu verstärken, bereitet sich ver.di auch auf betriebliche Aktionen vor – bis hin zu Warnstreiks. „Wir sind festen Willens, die unerträgliche Situation in der Pflege zu verändern und stehen klar an der Seite der Beschäftigten. Deshalb werden wir den Beschäftigten in den Krankenhäusern auch gewerkschaftliche Angebote machen, ihre Interessen nach einer menschlichen Arbeitssituation durchzusetzen. Das können Warnstreiks sein, aber wenn die Beschäftigten in einem Krankenhaus sich den freiwilligen Leistungen, wie dem „Rufen aus dem Frei“, kollektiv entziehen, wird der eklatante Personalmangel auch ohne Arbeitskampf sichtbar“, so Kühhirt.

Kontaktdaten vor Ort: Steffen Kühhirt, 0170 / 5 74 97 19, steffen.kuehhirt@verdi.de (in Kiel vor Ort)
Kiel: Christian Godau, 0170 / 5 71 00 42
Lübeck: Magda Lena Tattermusch: 0160 / 90 55 27 88
Wismar: Ivo Garbe: 0151 / 52 01 65 26
Rostock: Johannes Brückner: 0151 / 14 28 41 29
Stralsund, Greifswald, Wolgast: Martina Hartung: 0151 / 72 72 04 71