Gesundheit & Soziales

ver.di zum Tag der Pflege, 12. Mai 2018

ver.di zum Tag der Pflege, 12. Mai 2018

Dramatischer Personalmangel in der Pflege – Politik muss endlich liefern!
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di macht sich seit Jahren für eine gesetzliche Personalbemessung in der Pflege und für die Aufwertung der Pflegeberufe stark. In diesem Sinne kritisieren wir weiterhin lautstark die dramatische Unterbesetzung in unseren Kliniken, Krankenhäusern und Pflegeheimen in Mecklenburg-Vorpommern und die damit einhergehende unerträgliche Arbeitsverdichtung.
Zum Tag der Pflege am 12. Mai 2018 organisiert die Gewerkschaft eine zentrale Demonstration unter dem Motto „Aufstehen für die Pflege“ in Kiel. In Mecklenburg-Vorpommern werden sich viele Kliniken und Krankenhäuser an dem bundesweiten ver.di-Aktionstag am 11. Mai 2018 zum Thema Fachkräftemangel mit innerbetrieblichen Aktionen beteiligen.

„Es geht um die die prekäre Situation der Pflegebeschäftigten und um die gute medizinische Versorgung der Menschen. Die Lage ist nachhaltig dramatisch. Die Pflegebeschäftigten leisten eine gesellschaftliche wichtige Arbeit. Sie können sie aber nur noch gut machen, wenn sie ihre eigene Gesundheit gefährden. Die politischen Verantwortlichen in Land und Bund müssen endlich handeln. Die im Koalitionsvertrag verhandelten Ergebnisse müssen nun zügig umgesetzt werden. Die große Koalition muss endlich liefern!“ sagt Steffen Kühhirt, verantwortlich für Gesundheit und Soziales bei ver.di Nord.

Rund 700 Stellen fehlen allein in der Altenpflege in Mecklenburg- Vorpommern, dazu kommen noch einmal rund 600 offene Stellen in Kliniken und Krankenhäusern im Land. In der Altenpflege kommen auf 100 freie Stellen rund 20 potentielle Bewerberinnen. „In der Altenpflege ist die Lage besonders bedrohlich. Die Zustände in den Altenheimen ist oftmals unhaltbar. Es herrscht extremer Personalmangel und die Beschäftigten werden oft miserabel bezahlt. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Wir fordern einen allgemeingültigen Flächentarifvertrag Altenpflege, der die Beschäftigten von prekären Arbeitsbedingungen befreit. Gerade private Unternehmen blocken hier jede soziale Verantwortung ab, hier muss die Politik konsequent gegen vorgehen“, fordert Kühhirt weiter.

Die Ausbildungsplätze in der Pflege in Mecklenburg-Vorpommern sind seit 2014 rückläufig. „Dramatischer Personalmangel und rückläufige Ausbildungszahlen passen nicht zusammen. Die Tendenz ist nicht gut, denn nur wer ausbildet, kann neue und jüngere Fachkräfte gewinnen. Hier muss gegengesteuert werden“, fordert Kühhirt weiter.