Gesundheit & Soziales

ver.di befürchtet Krankenhaussterben in Schleswig-Holstein und …

ver.di befürchtet Krankenhaussterben in Schleswig-Holstein und gefährliche Pflege

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di demonstriert heute, am 14.10.2015 in Kiel gemeinsam mit der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein für eine bessere Zukunft der Krankenhäuser im Norden. Im Fokus der Kritik steht das geplante Krankenhausstrukturgesetz (KHSG).

Steffen Kühhirt, Fachbereichsleiter für Gesundheitspolitik bei ver.di Nord sagt dazu: „Wir unterstützen die Forderungen der Krankenhausgesellschaft. Es ist richtig sich gemeinsam, gegen eine falsche Politik zu wehren. Die prekäre Situation der Krankenhäuser im Norden und die dramatische Situation in der Pflege lässt uns heute demonstrieren. Denn, so kann und darf es nicht weitergehen!“ Das geplante KHSG geht an der Realität vorbei. Hier muss dringend nach gebessert werden!

Deshalb fordert die Gewerkschaft ver.di:

  • Eine gesetzliche Personalbemessung. Die unerträgliche Situation der permanenten Überlastung in der Pflege muss gestoppt werden. 
  • Die KR benötigen eine vollumfängliche Finanzierung für mehr Personal und Tarifverträge. 
  • Dringend benötigte Investitionskosten dürfen nicht länger zu Lasten des Personals gehen. 

Das Krankenhausstrukturgesetz soll die Qualität verbessern und begünstigt Krankenhäuser mit besserer Qualität auch erheblich finanziell. Kühhirt sagt dazu: “Was als Qualitätssicherung daher kommt, ist in Wahrheit ein Programm Krankenhäuser zu schließen und die Kapazitäten zu reduzieren. Das hilft vor allem den Privaten Anbietern, während öffentliche Träger massive finanzielle Probleme bekommen werden. Und, wie soll die Qualität sich verbessern, wenn weiterhin am Personal gespart wird? Das ist politischer Unsinn. Was wir brauchen ist eine gesetzliche Personalbemessung für die Pflege und deren vollständige Finanzierung.“

Eine repräsentative ver.di-Umfrage im Frühjahr 2015 hat ergeben, es fehlen bundesweit 162.000 Stellen in den deutschen Krankenhäusern. Auch in Schleswig-Holstein fehlen circa 3000 Stellen, vor allem in der Pflege.

Schlechtes Beispiel UKSH: „Es ist ein Skandal, dass das landeseigene Uniklinikum – wieder einmal – mit schlechten Beispiel voran geht. Dort werden hunderte Stellen in der Pflege abgebaut aus wirtschaftlichen Gründen – und das, obwohl die Qualität schon jetzt im Keller ist und die Beschäftigten permanent überlastet sind. Von einer SPD- geführten Landesregierung müssen wir eine andere Politik erwarten“, so Kühhirt weiter.