Gesundheit & Soziales

ver.di kämpft für mehr Personal

ver.di kämpft für mehr Personal

Bundesweiter Aktionstag „Klinikpersonal im Norden macht Pause“ am 21. Februar 2017 auch in Schleswig-Holstein

Mit einem landesweiten „Aktionstag Pause“ am Dienstag, 21. Februar 2017, machen die Beschäftigten in zahlreichen schleswig-holsteinischen Kliniken und Krankenhäusern auf Überlastung und mangelhafte Personalausstattung aufmerksam. Aktionen finden u. a. beim Städtischen Krankenhaus Kiel, am UKSH, den Regio-Kliniken Sana oder bei der Asklepios-Klinik in Bad Oldesloe und vielen anderen Einrichtungen im Land statt.

„Aufgrund der Personalausstattung in allen Bereichen müssen viele Beschäftigte immer wieder auf ihre Pausen verzichten, um die Patientinnen und Patienten versorgen und den Ablauf in den Krankenhäusern gewährleisten zu können“, berichtete Steffen Kühhirt, Fachbereichsleiter für Gesundheit und Soziales bei ver.di-Nord. “Wir rufen deswegen die Beschäftigten auf, am heutigen Dienstag die ihnen gesetzlich zustehenden Pausen zu nehmen, um sich von belastender Arbeit zu erholen und gleichzeitig ihr Recht auf Pausen zu unterstreichen.“

„Wir werden Engpässe und Störungen des Betriebsablaufes hierbei meiden. Dass wir dies eigens beachten müssen, ist ebenso ärgerlich wie erschreckend. Denn auch für Krankenhausbeschäftigte gelten schließlich die gesetzlichen Arbeitsschutzbestimmungen“, betonte Steffen Kühhirt. „Mehr als sechs Stunden Arbeit ohne Pause sind rechtlich unzulässig.“

Mit dem Aktionstag macht ver.di auf die dramatische Personalsituation in den Krankenhäusern aufmerksam. „Viele Beschäftigte sind dauerhaft schwer überlastet. Vor allem in den Pflegebereichen ist die Situation unerträglich und deutlich an der Schmerzgrenze. Wir kämpfen für eine verbindliche gesetzliche Personalbemessung für alle Krankenhäuser und Kliniken; wenn dass nicht gelingt, muss das Thema Entlastung und Gesundheitsschutz tariflich angegangen werden“, so Kühhirt weiter.

Die Aktion richte sich an private, öffentliche, frei gemeinnützige und kirchliche Krankenhausträger. Nach ver.di-Berechnungen fehlen in den Klinken bundesweit rund 162.000 Stellen, allein in Schleswig-Holstein über 4.000.

Die Gewerkschaft ver.di kündigt „allmonatliche Aktionen bis hin zum Streik“ an. „Wir werden den Druck auf die Politik für eine bessere Personalausstattung (gesetzliche Personalbemessung) bis zur Bundestagswahl deutlich erhöhen und auch die Arbeitgeber in die Pflicht nehmen“, so Kühhirt abschließend.