Gesundheit & Soziales

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Pressemitteilung anlässlich der Landespressekonferenz Mecklenburg-Vorpommern am 08. September 2015, 13:00 Uhr zum Thema Krankenhausstrukturgesetz / gesetzliche Personalbemessung

Die Gewerkschaft ver.di kritisiert den aktuellen Sachstand zum Krankenhausreformgesetz, weil er der Forderung nach einer gesetzlichen Personalbemessung und einer auskömmlichen Finanzierung, vor allen Dingen von kleinen und mittleren Krankenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern nicht gerecht wird.
Das einzige Zugeständnis ist die Verpflichtung, ein fundiertes Verfahren zur einheitlichen Bemessung des Personalbedarfs sicherzustellen, umzusetzen bis 2020.

Der dramatische Personalnotstand im Krankenhausbereich, vor allem in der Pflege, ist der Bundesregierung bekannt aber leider handelt sie nicht im Sinne der Krankenhausbeschäftigten. In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten ca. 18.000 Beschäftigte im Krankenhaussektor, davon 8.000 Beschäftigte in den Pflegeberufen. Derzeit fehlen in Mecklenburg-Vorpommern ca. 3.000 Beschäftigte – davon ca. 1.700 in der Pflege.

„Wir brauchen dringend eine wirkliche gesetzliche Personalbemessung, um den dramatischen Personalzustand in den Krankenhäusern aufzulösen. Unter diesem Personalmangel leiden die Patienten, die Hygiene im Krankenhaus und die Pflegebeschäftigten selbst“, sagte Steffen Kühhirt Landesfachbereichsleiter, ver.di Landesbezirk Nord.

In einer repräsentativen ver.di-Umfrage im März 2015 hat die Gewerkschaft ver.di nämlich erhebliche Missstände in Krankenhäusern aufgedeckt. So war auf den Stationen im besten Fall ab 25 Patienten eine Pflegekraft im Nachtdienst anzutreffen. Desweiteren gaben 49 % der Pflegebeschäftigten an, in den zurückliegenden Wochen eine gefährliche Situation aus Personalmangel erlebt zu haben. Steffen Kühhirt sagt dazu: „Wenn dieses Gesetz in der jetzigen Form Realität wird, sind die kleinen und mittleren Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern mittelfristig existenziell bedroht“.