Gesundheit & Soziales

Kündigungen sind kein Sanierungskonzept!

Kündigungen sind kein Sanierungskonzept!

„Bis jetzt ist uns für den Standort Henstedt-Ulzburg kein Sanierungskonzept des Arbeitgebers bekannt“, sagt Imke Wriedt, zuständige Gewerkschaftssekretärin.
Auf Kündigungen im Paracelsus Konzern am Standort in Henstedt-Ulzburg wurden die MitarbeiterInnen jedoch schon zum 1.März 2018 vorbereitet.
 
Telefonisch wurden jetzt die betroffenen MitarbeiterInnen am 9. März darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie entweder gekündigt werden oder in eine Transfergesellschaft wechseln können. Dis müssten sie innerhalb einer Woche entscheiden.
 
Wie von ver.di befürchtet trifft dies mehrheitlich langjährig Beschäftigte und längerfristig Erkrankte. Entgegen der Ankündigung des Arbeitgebers sind viele der Betroffenen aus dem pflegerischen Bereich.
 
„Wir werden unsere betroffenen Mitglieder bestmöglich beraten. Die Rechtslage in diesem Insolvenzverfahren macht die Kündigungen leicht, ein Sanierungskonzept ersetzt dies jedoch nicht. Insbesondere mit einem verkleinerten Personalstamm wird es bei den zu erwartenden höheren Belastungen wieder auch längerfristig Erkrankte geben. Die Probleme, die Paracelsus vor Ort hat können nicht mit Kündigungen gelöst werden“ kritisiert Imke Wriedt.
 
Mit den bereits erfolgten Eigenkündigungen stellt sich ver.di die Frage, wie die vom Konzern kommunizierte Standortsicherung und der Erhalt aller Abteilungen aufrechterhalten werden soll.
Während in anderen Kliniken Prämien für Fachkräfte gezahlt werden kündigt der Konzern diesen.
 
Nach Berichten in der Presse soll auch Paracelsus in Henstedt Ulzburg zu den Häusern gehört haben, die im Zuge der Influenza Welle zeitweise keine PatientInnen mehr aufnehmen konnten.
Dieser Zustand spricht eine deutliche Sprache gegen Entlassungen im klinischen Bereich und für die Bindung der Fachkräfte
 
„Wir werden es im Blick behalten, ob der Konzern die Insolvenz nur nutzt, um für neue Investoren wirtschaftlich attraktiv zu werden, oder ob es auch um eine gute medizinische Versorgung am Standort geht, die mit guten Arbeitsbedingungen einhergehen muss.“