Gesundheit & Soziales

Medizinische Versorgung muss im Mittelpunkt stehen!

Medizinische Versorgung muss im Mittelpunkt stehen!

ver.di zur Personalsituation in den Krankenhäusern:
Medizinische Versorgung muss im Mittelpunkt stehen!


Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sieht das Patientenwohl in den Krankenhäusern gefährdet, wenn bei der dramatischen Personalsituation - vor allem im Pflegebereich – nicht energisch gegengesteuert wird. Das betrifft auch die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein – unabhängig von der jeweiligen Trägerschaft. Als Grund für die prekäre Situation sieht ver.di die schwierige Finanzierungslage sowie eine Renditeorientierung, die dem medizinischen Auftrag widerspricht.

Renditeorientierung schlägt Patientenwohl!

Steffen Kühhirt, verantwortlich für Gesundheitspolitik bei ver.di-Nord, sagte dazu: „Oft ist der dramatische Personalmangel hausgemacht. Eine extreme Renditeorientierung schlägt das Patientenwohl und gefährdet auch die Gesundheit der Beschäftigten. Das ist deutlich an den Häusern des Helios-Konzerns oder am UKSH zu beobachten. Wenn bei Helios Schleswig die Beschäftigten kündigen, weil sie die wirtschaftlichen Interessen des Konzerns nicht mit ihrem beruflichen Ethos vereinbaren können, ist die medizinische Versorgung gefährdet. Wenn am UKSH Schlaganfall-Patienten in der Notaufnahme unzulässig lange warten müssen und akut lebensgefährdet unversorgt bleiben, ist eine Grenze absolut überschritten. Das Streben nach der „schwarzen Null“ am UKSH darf kein Leben gefährden.“

Das Land muss stärker eingreifen und Investitionen erhöhen.

ver.di fordert, dass das Land stärker bei solchen negativen Auswüchsen ordnungspolitisch eingreift - zumindest am landeseigenen Unternehmen UKSH und auch bei privaten Anbietern. „Die Krankenhäuser, die versuchen, unter schwierigen finanziellen Bedingungen, personalpolitisch andere Wege zu gehen, kommen dadurch massiv unter Druck. Hier muss die Landesregierung dringend gegensteuern! Beispielsweise sollten Krankenhäuser, die mit einer derartigen schlechten Personalpolitik versuchen, Rendite vor Versorgung zustellen, keine Förderungen mehr bekommen. Aber das Land schaut als Arbeitgeber im Fall UKSH lieber weg. Das wird nicht gut gehen. Dann kann ich freilich auch nicht andere Krankenhausbetreiber kritisieren.“ so Kühhirt weiter.

Das Land muss die Investitionen für Krankenhäuser deutlich erhöhen. Die Investitionskostenförderung in Euro je Einwohner in Schleswig-Holstein fällt im Bundesvergleich schlecht aus. In Schleswig-Holstein liegt der Betrag bei 29,85 Euro. Zum Vergleich in Mecklenburg-Vorpommern liegt er bei 42,22 Euro und in Hamburg bei 65,58 Euro. „Die schlechte Investitionsquote in Schleswig-Holstein verschärft die Personalsituation in den Krankenhäusern. Es reicht nicht aus, die Kritik nur nach Berlin an den Bund zu verweisen. Die Landesregierung hat eigene Hausaufgaben nicht erledigt“ sagte Steffen Kühhirt.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert eine gesetzliche Personalbemessung für die Pflege. Am 12.5.2016, dem Tag der Pflege, wird ver.di zu einem landesweiten Aktionstag für mehr Personal und Entlastung der Beschäftigten aufrufen.