Verkehr

ver.di fordert Arbeitsplatzgarantie für Hafenbeschäftigte

ver.di fordert Arbeitsplatzgarantie für Hafenbeschäftigte

Die vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sieht es positiv, dass sich die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck auf ihrer morgigen Sitzung mit den Entwicklungsmöglichkeiten des Lübecker Hafens beschäftigt.

Dringender für die Beschäftigten des Hafens und ihre Familien sind jedoch die augenblicklichen Probleme. „Es gilt aus Gewerkschaftssicht die drohende Arbeitslosigkeit für die vielen Beschäftigten der Lübecker Hafengesellschaft und des Hafenbetriebsvereins zu verhindern“, so Gerhard Mette, als Landesfachbereichsleiter Verkehr im Norden zuständig für die Häfen.

150 Arbeitsplätze sind beim Hafenbetriebsverein (HBV) akut bedroht. Dort hat der Vorstand vor 3 Wochen einen Insolvenzantrag gestellt. Der Hafenbetriebsverein ist ein Personaldienstleister. Mindestens 98% der HBV-Beschäftigten werden tagtäglich an die Lübecker Hafenge- sellschaft (LHG) entliehen. Zum Teil, so Mette, sind diese Beschäftigten seit 20 Jahren und mehr im Einsatz bei dem städtischen Unternehmen LHG. Jetzt sollen sie auf dem Insolvenzweg entsorgt werden.

Auch bei der Lübecker Hafengesellschaft selbst sind Entlassungen angekündigt, berichtet Mette. Hintergrund, so der Gewerkschafter, ist die völlig verfehlte Politik der Hansestadt Lübeck. 2007 wurde Lübecks Hafen für 2020 ein Umschlag von 50 Millionen Tonnen vorausgesagt. Im damaligen Privatisierungswahn versuchte das Rathaus die Privatisierung des Hafens durchzusetzen, ähnlich wie bei Flughafen und Müllentsorgung. Zwar konnte aufgrund des Widerstandes der Hafenbeschäftigten die Totalprivatisierung verhindert werden. Aber mit der Situation des Hafens ging es bergab, seitdem die Deutsche-Bank- Tochter RREEF als Minderheitsgesellschafter bei der LHG mit am Tisch sitzt. Der Hafen hat heute nicht mehr, sondern weniger Umschlag. Mehr als 250 Arbeitsplätze sind seit 2007 bereits im Hafen verloren gegangen.

Die Stadt und die Parteien der Bürgerschaft müssen sich ihrer Verantwortung stellen, fordert der Vertreter der Hafenbeschäftigten. Die Beschäftigten dürfen nicht die Leidtragenden der verfehlten Hafenpolitik sein. Ein Personalabbau darf nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Sowohl bei der LHG wie auch beim HBV, fordert ver.di.