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ver.di Nord zur Abstimmung des Schleswig-Holsteinischen Landtags zur HSH Nordbank

26.04.2018

Alle Parteien sind auf Tauchstation und haben den rund 800 Mitarbeitern der Bank in Kiel den Rücken zugewandt

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) reagiert mit einer tiefen Enttäuschung gegenüber der Landesregierung und den Parteien im Landtag zur Abstimmung über den Verkauf der HSH Nordbank.

„Die große Einigkeit der Landesregierung mit allen Parteien im Landtag von Schleswig-Holstein ist eine einzige Enttäuschung für die Beschäftigten am Standort Kiel. Der Landtag schickt die Beschäftigten ohne eine Absicherung in die Zukunft und jede Form von Kritik und auch Apelle prallen an den Verantwortlichen offensichtlich ab. Erschreckend ist, dass ohne das die Abgeordneten in der Lage sind eine Folgeabschätzung machen zu können, da offensichtlich bis heute nicht alle Unterlagen vollständig einsehbar sind, keine Diskussion, sondern ein kollektives Abnicken erfolgt, wobei auf die Interessen von Mitarbeitern und Familien ohne Rücksicht gepfiffen wird“, so Frank Schischefsky, Fachbereichseiter für den Finanzdienstleistungsbereich von ver.di Nord.

Die Passivität der Jamaica Regierung wirkt sich nicht nur auf die Beschäftigten der Bank, aus, sondern entfaltet darüber hinaus auch für die Landeshauptstadt Kiel Auswirkungen. Für Kieler Studierende, für die die HSH Nordbank ein potentieller attraktiver Arbeitgeber war, entfällt diese Option. Das Engagement für das Gemeinwohl durch die HSH Nordbank (Hempels, Kieler Woche etc.) wird der Stadt Kiel perspektivisch fehlen.

ver.di Nord sieht den Standort Kiel bedroht, weil schon jetzt Bereichsleiter intern ankündigen, ihre Bereiche zukünftig ausschließlich in Hamburg zu sehen.

Der Vorstandsvorsitzende spricht zwar davon Back-Office Tätigkeiten, wie bspw. den Bereich IT, am Standort Kiel zu sehen, allerdings gibt es hier schon weit fortgeschrittene Überlegungen zu einem möglichen Outsourcing. Wenn 200-600 Arbeitsplätze, wie vom Ministerpräsidenten erwähnt, eventuell erhalten werden können, ist wohl eher von 200 denn 600 Arbeitsplätzen auszugehen, was einen Abbau von 75% entspräche.

„Wir sehen das, was wir von Anfang an befürchtet haben, bestätigt. Die Politik lässt die Beschäftigten im Stich und der Vorstand der Bank wird sicher nicht in den Erhalt von Arbeitsplätzen in Kiel investieren. Das verfestigt sich, wenn man mit Kieler Firmen spricht, die derzeit daran arbeiten, dass die Gebäude im Moment technisch voneinander getrennt werden, damit sie einzeln vermietet oder verkauft werden können, da sie perspektivisch keinen Nutzen für die Bank mehr haben sollen“, so Schischefsky weiter.

V.i.S.d.P.:
Frank Schischefsky – Pressesprecher - ver.di Landesbezirk Nord
Dänische Str. 3-9 - 24103 Kiel
Tel.: 0431/66 08-01 / -102, Fax: 0431/66 08-110, Handy: 0170-5613 404
E-Mail: frank.schischefsky@verdi.de