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IHK in Schleswig-Holstein verkennt die Situation und die Rechtsprechung zur Sonntagsöffnung und gefährdet damit die Bäderregelung

17.07.2017

Mit völligem Unverständnis reagiert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) auf den Vorstoß der IHK zur Sonntagsöffnung in Schleswig-Holstein.

„Wer so dilettantisch der eigenen Klientel einen unnützen Ball zuspielen will, der wird am Ende ein klassisches Eigentor schießen und seine Mannschaft schwächen“, so Susanne Schöttke, Leiterin des ver.di Landesbezirks Nord. „Schleswig-Holstein hat bundesweit eine Spitzenposition mit den erlaubten Sonntagsöffnungen, bedingt durch die Bäderregelung im Land. Dieser Kompromiss, der unter deutlich anderen juristischen Vorzeichen vor gut fünf Jahren gefunden wurde, wird nicht länger zu halten sein, wenn der blinde IHK-Vorstoß mit einem fragwürdigen Gutachten von der Landesregierung aufgegriffen würde“, so Schöttke weiter.

Für ver.di Nord ist der Sonn- und Feiertagsschutz von zentraler Bedeutung, weil die kollektiven freien Sonn- und Feiertage es den Menschen ermöglichen, unabhängig von wirtschaftlichen Zwängen in Familien, Vereinen, Verbänden oder auf andere Art zusammenzukommen, gemeinsam Zeit zu verbringen und Freude zu haben.

Der freie Sonntag schützt und stärkt Familien, Partnerschaften bzw. allgemein soziale Bindungen. Der kollektive freie Sonntag ist ein wichtiger Baustein für das psychische und physische Wohlbefinden der Menschen und den Zusammenhalt der Gesellschaft. Der kollektive freie Sonntag stärkt die Demokratie, da an diesem Tag gesellschaftlich kollektive Aktivitäten im Sinne der Förderung einer demokratischen Gesellschaft möglich sind. Der freie Sonntag setzt dem ökonomischen Nutzdenken des Menschen in dessen eigenem Interesse eine Grenze.

Der Sonntagsschutz ist unabhängig von seiner religiösen Bedeutung ein gesellschaftlicher, kultureller und sozialer Wert, den es zu verteidigen lohnt.

Soweit Sonntagsarbeit nicht im Interesse des Sonntags selbst oder zum Schutz anderer Verfassungsgüter erforderlich ist, lehnt ver.di Sonntagsarbeit daher ab.

ver.di wird den Sonn- und Feiertagsschutz weiterhin im Interesse der Beschäftigten und im Interesse der Gesellschaft auf allen Ebenen verteidigen.

Der Sonn- und Feiertagsschutz in seinem derzeitigen Bestand ist für ver.di Nord  nicht verhandelbar.
Soweit Sonntagsarbeit den gesetzlichen Anforderungen nicht genügt, behält sich ver.di Nord weiterhin vor, den Sonntagsschutz gerichtlich durchzusetzen, das gilt auch für die Bäderregelung in Schleswig-Holstein.

V.i.S.d.P.:
Frank Schischefsky – Pressesprecher - ver.di Landesbezirk Nord
Dänische Str. 3-9 - 24103 Kiel
Tel.: 0431/66 08-01 / -102, Fax: 0431/66 08-110, Handy: 0170-5613 404
E-Mail: frank.schischefsky@verdi.de