Gesundheitsförderung

"Vom Nachbarn lernen" - auch im Gesundheitswesen!

Deutsch-Dänische Arbeitstagung | Besuch des Zentralklinikums Apenrade (DK)

"Vom Nachbarn lernen" - auch im Gesundheitswesen!

Auf Initiative einiger mti-Kollegen aus den Bezirken Kiel/Plön und Nordost fand am 16. Mai 2017 in Südjütland/ Dänemark eine eintägige Arbeitstagung des mti-Nord und der Projektgruppe Betriebliches Gesundheitsmanagement mit dänischen Gewerkschaftern der FOA (FAG OG Arbejde) statt. 26 Kolleginnen und Kollegen, überwiegend Mitglieder aus dem FB 3, den Seniorengruppen und der Gruppe mti im Bezirk Kiel/Plön sowie aus dem Flensburger Raum nahmen an der Tagesveranstaltung im Örtchen Rödekro, westlich von Apenrade, teil. Im Gewerkschaftshaus der FOA diskutierte die Teilnehmer mit dänischen Kolleginnen und Kollegen der Fachgewerkschaft für Krankenhaus, Kita, Pflegeberufe aktuelle Themen des Gesundheitswesens. Darüber hinaus standen gemeinsame Besichtigungen des Krankenhauses in Apenrade sowie des Rehabilitationszentrums in Rödekro auf dem Programm.

„Vom Nachbarn lernen“ war schon Thema zu drei anderen Veranstaltungen in den Vorjahren gewesen, die immer in guter Kooperation zwischen den Bezirken Kiel/Plön, Holger Malterer und Karl-Heinz Brix, sowie Nord-Ost Einar Rasmussen durchgeführt worden sind. Unvergessen sind die internationalen Arbeitstagungen der Projektgruppe Betriebliches Gesundheitsmanagements und mti-Nord in Nörre Vorupör, wo auch schon die Krankenhausstruktur Thema war und immer war auf dänischer Seite unser Kollege Günter Clausen dabei, der es verstand die Türen zu öffnen, die richtigen Gesprächspartner zu finden.

Im Gewerkschaftshaus der FAO gab es zu Beginn Kaffee und Weißbrot. Im Beisein des Vorsitzenden und seiner Stellvertreterin von FOA begrüßte Holger Malterer die Teilnehmer und führte ins Thema ein. Anschließend hat Günter Clausen, der mittlerweile in Rente ist, die FOA vorgestellt und das neue Gebäude erläutert. In einem Trakt sitzt die Arbeitslosenkasse, im anderen die Gewerkschaftsmitarbeiter. Im Anschluss wurden die Räumlichkeiten besichtigt. Beneidenswerte Arbeitsbedingungen konnten wir sehen. Der Zuständigkeitsbereich geht bis Höhe Kolding und hat rd. 5.000 Mitglieder.

Im Anschluss fuhren wir zum Krankenhaus im benachbarten Apenrade, wo uns ein Arzt und eine Mitarbeiterin des Krankenhauses erwarteten. Er schilderte uns den erfolgten Zusammenschluss der Krankenhäuser Tondern, Sonderburg, Hadersleben und Apenrade und der Psychiatrischen Einrichtung in Augustenburg zum Zentralklinikum Südjütland. Im Einzugsbereich leben etwa 235.000 Einwohner. Es sind z.Zt. rd. 380 Betten vorhanden. Rd. 430.000 Aufnahmen und ambulante Besuche erfolgen hier pro Jahr. Dabei muss man beachten, dass es in Dänemark nicht so viele niedergelassene Fachärzte wie bei uns gibt.

Z.Zt. sind ungefähr 3.000 Beschäftigte am Klinikum Südjütland. Beeindruckend ist die räumliche Großzügigkeit. Lange, weite Flure, lichtdurchflutet, machen den Aufenthalt angenehm. Beschäftigte auf Rollern und auch Transportgeräte ohne Begleitpersonen begegneten uns. Ein Restaurant und dezentral vorhandene Aufenthaltsbereiche sind ansprechend gestaltet. Man fühlt sich dort nicht wie in einem Krankenhaus. Ein gut schmeckender Imbiss brachte wieder neue Kräfte. Mit einem Rundgang durchs Klinikum schlossen wir den Besuch dort ab.

Anschließend fuhren wir nach Rödekro in ein Reha-Zentrum. Hier kommen Patienten hin, die nicht mehr auf die Behandlung im Krankenhaus angewiesen sind, aber noch nicht in ihre häusliche Umgebung zurück können. Auch hier fällt die Freundlichkeit und Großzügigkeit der Räume und Flure auf, wie auch die Ausstattung der Zimmer. Jedes Krankenzimmer ist mit einer Hebehilfe ausgestattet. Krankenschwestern und Pflegeassistenten sind hier rund um die Uhr für die Patienten da. Auf Grund der Kurzzeitpflege besteht ein ständiger Wechsel, so dass das Personal sich immer neu darauf einstellen muss. Zum Abschluss trafen wir uns wieder im FOA-Gewerkschaftshaus. Hier gab es Kaffee und Kuchen (typisch dänisch) und ein ausgiebiges Gespräch über das gesehene und die unterschiedlichen Strukturen auf beiden Seiten der Grenze. Besonders wurde festgehalten, dass es in Dänemark viel mehr Personal in der Pflege gibt.

Es gibt viele einfache und gute Innovationen, die es nach Deutschland zu übernehmen lohnt. Inzwischen hat unser Besuch in Südjütland bereits Wellen geschlagen. Aufgrund der aktuellen Diskussion eines Krankenhausneubaus in Flensburg möchten mehrere KollegInnen aus Flensburg gerne einmal das Krankenhaus in Apenrade besichtigen. Interessierte Kolleginnen und Kollegen, die mehr Informationen zur Arbeit der Projektgruppe BGM erhalten möchten, wenden sich bitte an den ver.di-Sekretär Peter Junk, Tel: 0451/ 8100-811, email: peter.junk@verdi.de. (Einar Rasmussen)

Krankenhaus E. Rasmussen Empfang Krankenhaus Apenrade
Personen E. Rasmussen Teilnehmer
Personen E. Rasmussen Diskussionsrunde
Personen E. Rasmussen H. Malterer und G. Clausen im Gespräch