Gesundheitsförderung

Industrie 4.0 und Gute Arbeit

10´te Fachtagung Gesundheits- und Arbeitsschutz

Industrie 4.0 und Gute Arbeit

10´te Gesundheitsschutzkonferenz ver.di 10´te Gesundheitsschutzkonferenz  – Bad Damp 01.07. - 02.07.2015

Der Wandel der Arbeitswelt nimmt weiter Fahrt auf. Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung der Arbeit sowie der einschlägigen demografischen Entwicklung ergeben sich neue Herausforderungen auch für den Gesundheits- und Arbeitsschutz. Die Bundesregierung hat ein Zukunftsprojekt zur Weiterentwicklung der Digitalisierung von Arbeitsabläufen, z. B. durch Maschinen, die ohne menschliche Einflüsse selbständig arbeiten und Entscheidungen treffen, gestartet. In diesem Zusammenhang bezeichnend der Begriff „Industrie 4.0“ eine vierte Revolution in der Industriegeschichte. Die sogenannte Digitalisierung betrifft aber nicht nur den produzierenden Bereich. Sie vollzieht sich gleichermaßen im Verwaltungsbereich bzw. Dienstleistungssektor. Die Vorstellungen für diese Zukunft sind breit gefächert und lösen zuweilen auch Ängste aus. Wie können wir diese fortschreitende Entwicklung mitgestalten? Wie werden wir in Zukunft arbeiten und was bedeutet diese Entwicklung für unsere Gesundheit?

Im Hinblick auf die sich wandelnde Arbeitswelt unterstrich Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, in ihrer Rede zur Messe A+A 2015 in Düsseldorf die Bedeutung von Prävention, gefragt sei ein Flexibilisierungskompromiss: „Wenn wir über die Arbeit der Zukunft sprechen, müssen wir den Arbeitsschutz immer mitdenken. Die Digitalisierung der Arbeitswelt bietet viele Chancen. Unternehmen können Produktivitätssteigerungen erreichen, Beschäftigte bessere Arbeitsbedingungen und flexiblere Arbeitszeiten. Gleichzeitig gibt es aber auch Risiken. Leistungsverdichtung, Zeitdruck, Reizüberflutung oder ständige Verfügbarkeit können zu psychischen Belastungen führen.“ Das ökonomische Potenzial von Prävention müsse auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in den Betrieben zur Bindung qualifizierter Fachkräfte voll ausgeschöpft werden, so Andrea Nahles weiter. Gute Arbeit sei kein „nationaler Luxus“, sondern müsse weltweit vorangetrieben werden.

Mit der zehnten Fachtagung zum Arbeits- und Gesundheitsschutz greift ver.di-Nord die aktuellen Themen im Gesundheits- und Arbeitsschutz in bewährter Weise auf. Im Fokus der Veranstaltung stand diesmal insbesondere das Dauerthema der „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“. Hierzu wurden Best-Practice-Beispiele aus verschiedenen Bereichen vorgestellt. Mit der 10´ten Fachtagung sollen Impulse gesetzt, aber auch der Austausch unter den Teilnehmenden fördert werden. Denn Betriebe und Dienststellen brauchen gesunde, motivierte und leistungsfähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein gelebter Arbeits- und Gesundheitsschutz soll dafür sorgen!

Die Vorträge zur 10´ten Fachtagung Gesundheits- und Arbeitsschutz:

Praktische Beispiele alter(n)sgerechter Berufsverläufe
Prof. Dr. Heinrich Geissler | BFG Bregenz, Österreich

Mitbestimmung der Interessenvertretung bei baulichen Maßnahmen und Umzugsplanungen
Michael Gümbel | Sujet Organisationsberatung

Berufskrankheiten - Wie werden sie anerkannt? | Wie werden sie entschädigt?
Niklas Wellmann | Arbeitnehmerkammer Bremen, Beratungsstelle zu Berufskrankheiten

Aktuelle Rechtsprechung zum Arbeits- und Gesundheitsschutz
Jochen Schuckmann | Fachanwalt für Arbeitsrecht, Frankfurt

„Hauptsache es geht los!“ – Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen
Best-Practice-Bericht bei der Hansestadt | Hamburg mit Beispielen und Anregungen
Hanna Wolz Betrieblichen Gesundheitsförderung, freie Referentin 

Psychische Belastungen reduzieren – Arbeitsunfähigkeit verhindern
Best Practice bei der Firma allergopharma - Nominiert für den dt. Betriebsrätepreis 2014
Stefan Bamberger | Allergopharma GmbH & Co. KG, Reinbek

Die Fachvorträge stehen im Download auf diese Seite rechts zur Verfügung. Interessierte Kolleginnen und Kollegen, die weitere Informationen zur Fachtagung Arbeits- und Gesundheitsschutz zur Arbeit der ver.di-Nord Projektgruppe Gesundheitsförderung wünschen, wenden sich bitte an den ver.di-Sekretär Peter Junk, Tel: 0451/ 8100-811, email: peter.junk@verdi.de. (ha)

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