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ver.di Nord übt heftige Kritik an angekündigter Massenentlassung der Sana Kliniken AG im Service-Bereich

30.04.2021

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) kritisiert heftig die Ankündigung einer Massenentlassung der Sana Kliniken AG in der DGS pro.service GmbH. Bis Ende dieses Jahres sollen alle Geschäftsbereiche außer der Reinigung geschlossen und damit mehr als 1.000 Beschäftigte entlassen werden.

„Beschäftigten im Gesundheitswesen zu kündigen, ist für sich genommen schon ein Unding. Das auch noch mitten in der der Corona-Pandemie zu tun, ist der Gipfel! Wir werden uns gegen die Entscheidung entschlossen wehren", sagte Steffen Kühhirt, verantwortlich für Gesundheitspolitik bei ver.di Nord.

„Hier sollen Menschen von einem profitablen Klinik-Konzern vor die Tür gesetzt werden, die in den letzten Monaten tatkräftig mitgeholfen haben, den Krankenhausbetrieb am Laufen zu halten. Ein funktionierendes Krankenhaus ist Teamarbeit und besteht aus weit mehr Beschäftigtengruppen als Ärzten und Pflegefachpersonen", so Kühhirt weiter.

„Von der angekündigte Massenentlassung sind auch sehr viele Beschäftigte im Norden betroffen. Von der gepriesenen Wertschätzung und Anerkennung während der Corona-Pandemie ist nichts mehr übrig. Der Konzern spielt mit der Existenzangst und den Zukunftssorgen der Menschen. Das ist unerträglich“ so Kühhirt.

ver.di fordert den Sana-Vorstand auf, diese Maßnahme sofort zu stoppen.

Die Sana DGS pro.service GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Sana Immobilien Service GmbH und damit Teil der Sana Kliniken AG. Sie ist an allen 53 Standorten der Sana Kliniken AG tätig. Neben der Unterhaltsreinigung der Sana Kliniken gehören auch Stationsassistenz, Hol- und Bringedienste, Pforten und Sicherheitsdienste zum Portfolio. Das Unternehmen hat rund 3.000 Beschäftigte, die Mehrheit davon in Teilzeit.

Von der jetzt angekündigten Teilbetriebsschließung, die bis spätesten zum 31. Dezember 2021 abgeschlossen sein soll, sind mehr als 1.000 Beschäftigte bundesweit betroffen. Geschlossen werden sollen alle Bereiche außer der Reinigung. Im Norden sind alle Standorte wie beispielsweise in Elmshorn, Pinneberg, Eutin, Ostholstein, Lübeck, Wismar und Bergen auf Rügen davon betroffen.

„Die angekündigte Maßnahme der Sana-Kliniken AG zeigt, dass wir gesundheitspolitisch dringend umsteuern müssen. Die Gesundheitsversorgung muss wieder in die öffentliche Hand,“ so Kühhirt weiter. „Krankenhauspolitik muss sich an der bestmöglichen Versorgung kranker Menschen ausrichten und nicht an wirtschaftlichen Interessen. Krankenhäuser zu führen wie Industrie-Konzerne, wird dem Versorgungsauftrag und den Beschäftigten nicht gerecht."

V.i.S.d.P.:

Steffen Kühhirt - ver.di Landesbezirk Nord
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