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HSH-Verkauf: Kein Grund zur Freude und für knallende Sektkorken

HSH-Verkauf: Kein Grund zur Freude und für knallende Sektkorken

28.02.2018

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) sieht anlässlich des „signings“, also des Unterzeichnens der Kaufverträge, keinen Anlass zur Freude oder für Feierlichkeiten. Wer diesen Deal feiert, vergisst die tausenden vernichteten Arbeitsplätze in der Bank.
Wenn man ein positives Signal sehen will, dann ist aus Sicht der Gewerkschaft die Fortführung des Geschäftsbetriebs über den heutigen Tag hinaus und eine abgewendete Abwicklung, wie von der EU-Kommission angeordnet, sicher ein Ergebnis, das nicht zu jedem Zeitpunkt zu erwarten war. Kritisch zu bewerten ist die Tatsache, dass die Länder keine weiteren Anteile an der HSH halten, wie es nach der Entscheidung der EU-Kommission möglich gewesen wäre. Über eine weitere Beteiligung wäre auch eine Einflussnahme und Verantwortung für die Beschäftigten möglich gewesen, diese Chance wurde leichtfertig vertan.

Die verbliebenen Beschäftigten der Bank, die in den letzten Jahren hart für den Erhalt der Bank und des Wertes gearbeitet haben, werden von den Landesregierungen ohne Absicherung und ohne Schutzmechanismen in ein neues Abenteuer geschickt, von dem niemand vorhersagen kann, wie die Perspektiven, gerade am Standort Kiel, aussehen. Hier steht die Landesregierung in der Verantwortung Lösungen anzubieten.

„Wer heute auf die HSH-Nordbank mit den Vorgängern der Landesbanken von Schleswig-Holstein und Hamburg sieht, der kann wahrlich keinen Grund zur Freude oder zu Feierlichkeiten haben, sondern sollte respektvoll auf die dramatische Geschichte des Hauses mit tausenden von vernichteten Arbeitsplätzen blicken“, so Frank Schischefsky, Fachbereichsleiter für den Finanzdienstleistungsbereich von ver.di Nord, heute in Kiel.

„Die Geschichte der HSH Nordbank ist geprägt von einem kollektiven Versagen der Politik und der unfassbaren Gier und Überheblichkeit von Vorständen, die dafür gesorgt hat, dass diese stolze öffentliche Bank nahezu in den Ruin gewirtschaftet wurde, und die Zeche haben dafür einmal mehr die Beschäftigten der Bank bezahlt“, so Schischefsky weiter.

Die Anzahl der Beschäftigten an den Standorten Kiel und Hamburg zusammen, liegt heute deutlich unter den Zahlen, die die einzelnen Standorte nach der Landesbankenfusion eingebracht haben.

ver.di Nord fordert die Landesregierung auf, aus dem Verkaufserlös Mittel für die Beschäftigten zur Verfügung zu stellen oder eine Auffanglösung zu schaffen, sollte es zu weiteren Einschnitten kommen.

V.i.S.d.P.:
Frank Schischefsky – Pressesprecher - ver.di Landesbezirk Nord
Dänische Str. 3-9 - 24103 Kiel
Tel.: 0431/66 08-01 / -102, Fax: 0431/66 08-110, Handy: 0170-5613 404
E-Mail: frank.schischefsky@verdi.de