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Deutsche Post - Standortschließung in Flensburg nach Aufforderung zur Tarifverhandlung

14.11.2018

Wie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) mitteilt, will die Geschäftsführung der Postkonzerntochter Deutsche Post Customer Service Center GmbH (DP CSC GmbH) spätestens zum 31.08.2019 den Flensburger Standort, an dem 130 Beschäftigte im Kundenservice tätig sind, schließen.

Die Mitteilung traf die Beschäftigten und den örtlichen Betriebsrat völlig überraschend, vor dem beginnenden Jahresendverkehr, in der gestrigen Betriebsversammlung. Die von den Beschäftigten geleistete Arbeit wurde durchweg von den Arbeitgebervertretern positiv beurteilt und anerkannt. So wird u.a. am Flensburger Standort die webbasierte Authentifizierung per Videochat als Service angeboten.

Vordergründig wird mit einer wirtschaftlichen Abwägung und eines auslaufenden Mietverhältnisses in der Husumer Straße argumentiert. Inwiefern die Entscheidung etwas der Aufforderung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft hinsichtlich der erstmaligen Aufnahme von Tarifverhandlungen für die rund 850 direkt beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu tun hat, lässt die Geschäftsführung bewusst unbeantwortet.
Für das Unternehmen ist der Abschluss eines Mantel- und Entgelttarifvertrages beabsichtigt. Der Stundenlohn für einen Telefonagenten (Frist-Level) ist mit 9,26 € knapp über dem Mindestlohn.
Zudem lässt das Unternehmen in den letzten Monaten massiv Fremdfirmen im Inland aber auch zu größeren Anteilen außerhalb der EU für sich arbeiten. Insbesondere bei den beiden größten beauftragten Fremdfirmen (TIME FRAME und IQ-to-Link) sind ehemalige Geschäftsführer der DP CSC GmbH als Firmeninhaber oder in der Geschäftsführung tätig.
„Einer Tarifierung mit Standortschließung zu begegnen, lässt erahnen welches Verständnis von sozialer Verantwortung gegenüber den Beschäftigten vorhanden ist.“, so der im Norden zuständige ver.di- Landesfachbereichsleiter Lars-Uwe Rieck.
Rieck weiter: „Insbesondere in der Region in und um Flensburg steht die Deutsche Post in der Beschäftigungsverantwortung. Wir fordern die Post auf, dass sie mit ernsthaften Willen in eine Standortsuche eintritt und die KollegInnen über den 31.08.19 beschäftigt.“
Die Flensburger Stadtverwaltung, unter Oberbürgermeisterin Simone Lange, hat ihre Hilfe bei der Suche nach geeigneten Objekten bereits angeboten und erneuert. Die bisherigen Vermieter in der Husumer Straße wollen sich räumlich erweitern und haben daher fristgerecht das Mietverhältnis zum 31.08.2019 beendet.
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft wird in den kommenden Tagen und Wochen den Protest gegen die beabsichtigte Standortschließung mit gezielten Maßnahmen organisieren.

Für Nachfragen stehen zur Verfügung:
Lars-Uwe Rieck, Landesfachbereichsleiter Postdienste, 0160-4741 179
Nicolai Franke, zuständiger Gewerkschaftssekretär, 0151-1046 0862

V.i.S.d.P.:
Lars-Uwe Rieck
Landesfachbereichsleiter 10 - Fachbereich Logistik und Postdienste
ver.di Landesbezirk Nord
Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg
Tel. 040/890615-0, Handy: 0160-4741179
E-Mail: lars-uwe.rieck@verdi.de