Pressemitteilungen

Ver.di fordert politisches Umdenken der Landesregierung an der …

Ver.di fordert politisches Umdenken der Landesregierung an der Unimedizin Rostock

25.01.2019

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kritisiert das Festhalten am neoliberalen Kurs der Produktivität und Rendite an der Unimedizin Rostock. Während andere Uniklinken bereits umsteuern und auch in der Bundespolitik erste Signale für bessere Qualität und Pflege gesetzt wer- den, hält man in der SPD-geführten Landesregierung am Kurs des Gewinnmachens fest. Diese Politik sorgt seit Jahren dafür, dass die Leistungen und die Qualität nicht besser werden und geht eindeutig zu Lasten aller Beschäftigten an der Unimedizin. Die Zusammenarbeit mit dem Privat-Equity-Fonds Nordic Capital ist Beleg für diesen verhängnisvollen politischen Kurs.

„Anstatt sich dem bundesweiten Trend für gute Qualität und moderne Personalkonzepte von guter Arbeit anzuschließen, verfolgt die Landesregierung weiterhin den Weg von falschverstandener Wirtschaftlichkeit im Sinne von übertriebenen Sparen an Material und Personal, niedriger Personalaufwandsquote und am Drehen der Produktivitätsschraube. Genau diese politische Ausrichtung hat Mecklenburg-Vorpommern im bundesweiten Ringen um Fachkräfte in eine sehr schwierige Lage für die Zukunft gebracht. Die Unimedizin ist kein gewöhnliches Krankenhaus, sondern hat mit Versorgung von Hochleistungsmedizin, Forschung und Lehre eine heraus gehobene Stellung – die mit Steuermitteln durchfinanziert werden muss. Die Sichtweise der Landesregierung, dass diese Leistungen rentabel und gewinnbringend erbracht werden müssen, ist kaum ernsthaft zu begründen und sehen wir als klare Fehleinschätzung. In diesem Sinne fordern wir die Landesregierung zum Umdenken auf. Sie sollten schnell aufhören, einer nicht erreichbaren Wirtschaftlichkeit hinterherzurennen - mit immer kruderen Methoden wie die Zusammenarbeit mit Private-Equity- Fonds. “ sagte Steffen Kühhirt, Sozial-und Gesundheitsexperte bei ver.di- Nord.

Die Gewerkschaft ver.di fordert von der Landesregierung, die Standorte der Unimedizin zu stärken und die neuen Pflegegesetze zu nutzen, um eine positive Entwicklung der Fachkräftegewinnung einzuleiten. Dabei sieht die Gewerkschaft neue Pflegemodelle, neue Arbeitszeitmodelle und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Fokus. „Die Landesregierung muss die alte neoliberalen Zöpfe endlich abschneiden und dementsprechend auch Vorstände besetzen. Wir brauchen endlich eine zukunftszugewandte Gesundheitspolitik und nicht das gestrige Weiter-so“, so Kühhirt weiter.

Tarifrunde mit kräftigen Forderungen erwartet
Die anstehenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Unimedizin in Rostock und Greifswald stehen in den nächsten Wochen an. Ver.di er- wartet eine kräftige Lohnforderung und weitere Verbesserungen im Sinne der neuen Pflegegesetze. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung hat für Mecklenburg-Vorpommern in einer aktuellen Analyse für das Pflege- und Gesundheitspersonal die niedrigsten Vergütungswerte ausgewiesen. „Die Zeit der Zurückhaltung und der moderaten Lohnsteigerungen ist auch in Mecklenburg-Vorpommern schon lange vorbei. Mecklenburg-Vorpommern hat im bundesdeutschen Ranking bei den Gesundheitsberufen die schlechtesten Werte – das kann so nicht bleiben. Die bundesweiten Vergütungssteigerungen in der Branche sind da für uns der ultimative Gradmesser. Wer an der Unimedizin Rostock Boni an Vorstände zahlt, der muss nun auch mit kräftigen Lohnforderungen rechnen. Die Beschäftigten haben mit sehr großer Berechtigung ein Anrecht auf spürbare und kräftige Steigerungen“, kündigt Steffen Kühhirt von ver.di-Nord eine intensive und offensive Tarifrunde 2019 für die Standorte in Rostock und Greifswald an.