Pressemitteilungen

ver.di Nord zur Berichterstattung des NDR zur Altenpflege in …

ver.di Nord zur Berichterstattung des NDR zur Altenpflege in Schleswig-Holstein

01.07.2018

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) zeigt sich nach der tiefgreifenden Berichterstattung des NDR Schleswig-Holstein Magazins am 28.06.2018, zur Pflegesituation und der Umstände von ausländischen Pflegekräften, tief besorgt.

„Der Bericht des Magazins zeigt auf, in welch dramatischer Situation sich die private Pflege von älteren Menschen bewegt und welche Konsequenzen eine langjährige und dauerhafte Unterfinanzierung von Pflege, mit dem Fokus auf die Altenpflege, sich hier im Land entwickelt hat. Wir benötigen dringend einheitliche Sozialstandards in Europa. Für die häusliche Vollzeitpflege müssen Regelungen her, wie sie auch für Schicht- und Bereitschaftsdienst in Einrichtungen gelten“, so Steffen Kühhirt, Fachbereichsleiter Gesundheitsdienst im ver.di Landesbezirk Nord.

Mit zunehmendem Pflegebedarf in Deutschland steigt seit Jahren die Anzahl der Pflegekräfte aus Osteuropa. Sie sind rechtlich kaum abgesichert, arbeiten sie doch im Graubereich, wenn es nach unseren Rechtsvorstellungen geht, sogar als Schwarzarbeiterinnen.

Ausländische Unternehmen, oftmals nur Briefkastenfirmen, haben oft weder einen Pflegebetrieb noch sind sie entsendungsfähig. Seit EU-Beitritt der MOE-Staaten (Mittel- und Osteuropa) können Pflegekräfte entsendet werden mit Mindestschutzvorgaben des deutschen Arbeitsrechts und Besonderheiten in der Sozialversicherung. Die rechtliche Absicherung der Arbeitsverhältnisse bleibt dennoch unzureichend.
„Wir wälzen die Probleme, die unser System mit der chronischen Unterfinanzierung von Pflegepersonal schafft, einfach auf Menschen ab, die aus wirtschaftlich schwächeren Ländern hier legal oder illegal unter dubiosen Umständen und ohne Absicherung rund um die Uhr arbeiten, und das für Löhne, von denen ein Mensch hier nicht leben kann. Solche Zustände dürfen wir nicht zulassen, und die Politik ist hier aufgefordert dingend zu handeln, ohne dabei die zu Pflegenden aus den Augen zu verlieren. Pflege muss durchfinanziert werden, und wir müssen es möglich machen, dass Menschen die in der Pflege beschäftigt sind, zu vernünftigen Konditionen arbeiten– und dazu gehört neben einer guten Entlohnung, auch eine Regelung der Rahmenbedingungen, wie bei den Arbeitszeiten und den Arbeitsbedingungen insgesamt; das funktionierte perfekt, wenn wir endlich allgemeinverbindliche Flächentarifverträge bekämen“, so der Gewerkschafter weiter.

ver.di fordert die Altenpflege so zu finanzieren, dass eine gute und für alle Beteiligten gesunde und menschliche Pflege möglich ist. Im Zeichen der immer älter werdenden Gesellschaft muss eine komplette Finanzierung über die sozialen Sicherungssysteme möglich sein, die die Pflege unabhängig von den persönlichen wirtschaftlichen Bedingungen ermöglicht.

Hinweis für die Redaktionen:
Für Rückfragen steht Steffen Kühhirt unter der Rufnummer 0170-5749 719 zur Verfügung.

V.i.S.d.P.:
Frank Schischefsky – Pressesprecher - ver.di Landesbezirk Nord
Dänische Str. 3-9 - 24103 Kiel
Tel.: 0431/66 08-01 / -102, Fax: 0431/66 08-110, Handy: 0170-5613 404
E-Mail: frank.schischefsky@verdi.de