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Öffentlicher Dienst im Fokus – Hoheitliche Aufgaben dürfen nicht …

Öffentlicher Dienst im Fokus – Hoheitliche Aufgaben dürfen nicht in andere Bereiche verschoben werden

14.01.2022

Mit großer Sorge sieht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) die Situationen in den Gesundheitsämtern im Land. Wenn wie im Kreis Segeberg geschehen, die Gesundheitsämter die hoheitlichen Aufgaben wie Quarantäneverfügungen nicht mehr vollumfänglich erfüllen können, darf diese wichtige hoheitliche Aufgabe nicht ohne weiteres an andere Bereiche übertragen werden.

Die Belastungssituationen sind derzeit in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes am Anschlag, nicht zuletzt auch auf Grund einer verfehlten Personalpolitik der letzten Jahrzehnte.

„Das Thema der Überlastung im öffentlichen Dienst ist leider kein neues Thema und erfährt durch die aktuelle pandemische Lage eine kaum beschreibbare Verstärkung. Wir benötigen höchsten Respekt für die Arbeit, die die Beschäftigten hier leisten. Und wir benötigen eine gemeinsame Kraftanstrengung, um die Pandemie zu bewältigen“, so Susanne Schöttke, Landesleiterin von ver.di Nord.

Während der Pandemie zeigt sich wie unter einem Brennglas, dass viele Beschäftigte, nicht nur in den Gesundheitsbereichen, am Limit arbeiten.

„Mit großer Sorge verfolgen wir, dass es Überlegungen gibt, dass beispielsweise zukünftig auch Kitaleitungen Quarantäneentscheidungen übernehmen sollen. Hierbei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass gerade in den Bereichen des Sozial- und auch Erziehungsdienstes stetig Aufgaben hinzukommen, Belastungen permanent wachsen und die Zeit vorn und hinten nicht ausreicht. Für eine Übernahme und Verantwortung hoheitlicher Aufgaben der Gesundheitsämter fehlen den Kolleg*innen Zeit, Qualifikation und Vollmacht. Das geht so nicht und die Politik ist hier dringend gefordert, zeitnah alternative Lösungen zu schaffen. Das geht aber nicht salopp durch eine Übertragung von Aufgaben in Bereiche, die schon unter erheblichem Druck arbeiten“, warnt die Gewerkschafterin.

V.i.S.d.P.:
Frank Schischefsky – Pressesprecher - ver.di Landesbezirk Nord
Kronshagener Weg 105, 24116 Kiel
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