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ver.di warnt vor Lohntrickserei im Bewachungsgewerbe in Schleswig-Holstein

ver.di warnt vor Lohntrickserei im Bewachungsgewerbe in Schleswig-Holstein

08.02.2021

Mit großer Sorge betrachtet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) die Entwicklungen im Wach- und Sicherheitsgewerbe in Schleswig-Holstein.

Bereits während der Laufzeit des Tarifvertrages hat die Gewerkschaft Weichen stellen wollen, um einen Kompromiss für eine Fortentwicklung des Tarifvertrages für die rund 11.000 Beschäftigten in Schleswig-Holstein zu erzielen.

Da der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) lediglich Verbesserungen im Centbereich angeboten hatte, ist der Lohntarifvertrag für die Beschäftigten im schleswig-holsteinischen Bewachungsgewerbe am 31. Dezember 2020 ausgelaufen.

Offensichtlich nutzen manche Arbeitgeber dies nun für illegale Kürzungen der Löhne, mit der Argumentation, der Tarifvertrag würde keine Wirkung mehr entfalten.

„Wir haben mehrere Hinweise erhalten, dass die Unsicherheit mancher Beschäftigter in der Branche der Sicherheitsdienstleistungen schamlos ausgenutzt wird. Im Sicherheitsbereich, in dem ohnehin sehr lange für sehr wenig Geld gearbeitet wird, darf es keinen Schindluder mit den Arbeitnehmer*innen geben. Löhne zu kürzen oder mit Vertragsänderungen um die Ecke zu kommen, ist eine echte Sauerei und rechtlich nicht haltbar“, so Dieter Altmann, Verhandlungsführer der Branche, von ver.di Nord.

„Wem auch immer der Lohn im Januar 2021 gekürzt oder eine Vertragsänderung vor die Nase gehalten wird, sollte dringend eine Beratung hinzuziehen. Der Tarifvertrag ist gemäß Tarifvertragsgesetz nach wie vor in der Nachwirkung. Das Enddatum des Vertrages berechtig nicht zu Lohnkürzungen“, so Altmann weiter.

ver.di hatte noch während der Laufzeit des Lohntarifvertrages in 2020 die Verhandlung mit dem Arbeitgeberverband Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) aufgenommen. Die vom Verband angebotene Lohnerhöhung von lediglich 20 Cent pro Stunde hatte die ver.di-Tarifkommission als völlig unzureichend abgelehnt. Die Arbeitgeber lehnten eine Nachbesserung ab.

Somit gelten die Tarifverhandlungen als gescheitert und ver.di befindet sich nun in den Vorbereitungen zu Streiks im Bewachungsgewerbe in Schleswig-Holstein.

Weitere Informationen: Dieter Altmann, 0175-9332 143

V.i.S.d.P.:

Frank Schischefsky – Pressesprecher - ver.di Landesbezirk Nord
Kronshagener Weg 105, 24116 Kiel
Tel.: 0431/66 08-01 / -102, Fax: 0431/66 08-110, Handy: 0170-5613 404
E-Mail: frank.schischefsky(at)verdi.de