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ver.di setzt Streik vor U-Boot-Werft aus

ver.di setzt Streik vor U-Boot-Werft aus

30.04.2021

Ab Freitagmorgen um 06:00 Uhr setzt die Gewerkschaft ver.di den seit Montagfrüh ununterbrochenen laufenden Streik bei der Kieler Wach- und Sicherheitsgesellschaft im Bewachungsobjekt thyssenkrupp Marine Systems in Kiel aus. Ursächlich für die Arbeitsniederlegung ist das aus Sicht der Gewerkschaft viel zu niedrige Angebot in der derzeit laufenden Lohnrunde im Bewachungsgewerbe in Schleswig-Holstein. Laut ver.di hat der Arbeitgeberverband Bundesverband der Sicherheitswirtschaft, Landesgruppe Schleswig-Holstein (BDSW) angekündigt, eine Mitgliederversammlung der Mitgliedsunternehmen in der kommenden Woche einzuberufen. Dies nehmen die streikenden Gewerkschaftsmitglieder nun zum Anlass, dem Arbeitgeberverband die Möglichkeit einzuräumen, die vom BDSW als Endposition bezeichnete Haltung zu überdenken.

Dazu erklärt der ver.di-Sekretär Andreas Riedl: „Die Arbeitgeber sollen mal durchatmen können, ihre Mitgliederversammlung in Ruhe abhalten können und dort vernünftige Beschlüsse fassen. Die ver.di-Tarifkommission erwartet ein deutlich verbessertes Angebot. Wir sind gesprächs- und verhandlungsbereit, aber nicht bei lediglich 20 oder 23 Cent pro Stunde mehr und dann auch noch mit Nullmonaten. Die Löhne sind klar viel zu niedrig für diese Arbeit. Diese Beschäftigten schützen nicht nur Hab und Gut sowie Leben im privaten Sektor. Sie schützen auch öffentliche Güter und Objekte vor Sabotage und Spionage. Sie leisten einen Dienst am Menschen und der Gesellschaft und dies muss auch gewürdigt werden. Die Leier vom „Hilfsarbeiter“ können wir ebenfalls nicht mehr hören. Längst gibt es in der Branche die anerkannte dreijährige Berufsausbildung als Fachkraft für Schutz und Sicherheit, den Meister und auch den Bachelor. Gespür im Umgang mit Menschen, Sprachkenntnisse und auch technische und rechtliche Kenntnisse sind wichtige Voraussetzungen für die Tätigkeit. Diese Armutslöhne in dieser Branche müssen ein Ende haben. Das wird nicht von heute auf morgen gehen, aber wir erwarten einen spürbaren Schritt in die richtige Richtung.“

Sollte die Arbeitgeberseite ein neues Angebot auf den Tisch legen, wird die ver.di-Tarifkommission dies beraten und bewerten. Mit der Aussetzung des Streiks hat ver.di diesen nicht für beendet erklärt, sondern pausiert.
Weitere Informationen: Andreas Riedl 0170-449 7 538