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Löhne unter Pflegemindestlohn in der MediClin Reha-Klinik Trassenheide …

Löhne unter Pflegemindestlohn in der MediClin Reha-Klinik Trassenheide

02.03.2018

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat die MedClin-Reha-Klinik Dünenwald in Trassenheide zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Die Gewerkschaft ver.di fordert für die rund 120 Beschäftigten deutlich höhere Löhne, eine transparente Entgeltordnung und einen Manteltarifvertrag. Die Geschäftsführung setzt aber lieber auf eine betriebliche Lohnfindung mit dem Betriebsrat und nicht auf Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft.
„Wir nehmen zur Kenntnis, dass es die Geschäftsführung seit unserer Tarifaufforderung nun sehr eilig hat, eine Lohnfindung mit dem Betriebsrat zu vereinbaren. Warum auch soll MediClin sich in schwierige Tarifverhandlungen begeben, wenn er mit dem Betriebsrat die derzeitigen miesen Löhne festschreiben kann. MediClin steht nicht für Gute Arbeit und Tarifverträge – sondern in erster Linie für Profitmaximierung im Gesundheitswesen.“ sagt Steffen Kühhirt, ver.di-Verhandlungsführer.

Sittenwidrige Löhne unter der gesetzlichen Pflegemindestlohngrenze sorgen zukünftig für enorme Altersarmut für die MediClin-Beschäftigten
MediClin bezahlt den in der Dünenwaldklinik Trassenheide beschäftigten Pflegekräften und Therapeut*innen Löhne unterhalb des festgelegten gesetzlichen Pflegemindestlohn.
Eine examinierte Pflegerin, die über 20 Jahre beschäftigt ist und im Dreischichtsystem arbeitet, verdient rund 1.900 Euro brutto monatlich – also circa 200 Euro mehr als der für Pflegehilfskräfte geregelte Mindestlohn. Im wenige Kilometer entfernten Krankenhaus Wolgast würde die Pflegerin mit Tarifvertrag TVöD rund 1.300 Euro mehr verdienen.

Eine Therapeutin mit zehn Beschäftigungsjahren verdient circa 1.640 Euro brutto im Monat - also sehr deutlich unter dem Pflegemindestlohn.
Andere Beschäftigte wie Pflegehelferinnen, Arzthelferinnen, Hol- und Bringdienste verdienen im Durchschnitt 1.500-1.600 Euro brutto monatlich, also rund sehr deutlich weniger als der Pflegemindestlohn und teilweise weniger als der allgemeine Mindestlohn.

Der allgemeine Mindestlohn liegt ab dem 1.1.2017 bei 1.537,45 Euro und der gesetzliche Pflegemindestlohn Ost liegt ab dem 1.1.2018 bei 1.747,90 Euro.

„Diese miesen Löhne kann man nur sittenwidrig nennen, denn trotz harter Arbeit im Schichtsystem bleiben den Beschäftigten nur Einkommen an der Armutsgrenze. Noch schlimmer, diese Löhne werden bei den Beschäftigten zukünftig für bittere Altersarmut sorgen, obwohl sie ein ganzes Erwerbsleben hart gearbeitet haben. Doch das interessiert MediClin nicht mehr, sondern das ist dann ein Problem der Rentenversicherung und der öffentlichen Hand.
Das Beispiel verdeutlicht, wie schamlos und rücksichtslos sich derartige private Anbieter in der Gesundheitsvorsorge am Sozialstaat bereichern und bedienen – denn der MediClin-Konzern weist jedes Jahr satte Gewinne aus. Ich rufe die Landesregierung und die Sozialleistungsträger auf, hier dringend zu reagieren. Private Anbieter, die sich derart verhalten, müssen in die Pflicht genommen werden. Sie sind diejenigen Kräfte, die unsere Demokratie und unseren Sozialstaat aushöhlen.“ fordert Steffen Kühhirt von ver.di-Nord.

Kontakt für weitere Auskünfte: Steffen Kühhirt, 0170 / 5 74 97 19